Schloss Friedrichshafen
Das Schloss Friedrichshafen, auch als Kloster Hofen bekannt, ist ein 1085 gegründetes Benediktinerkloster am Westrand der Innenstadt. Nach diversen Beitzungen und der Vereinigung des Dorfes Hofen mit der Stadt Buchhorn zur Stadt Friedrichshafen (1810/11) wurde die Klosteranlage der württembergischen Hofdomänenkammer zugeteilt und die Kirche der neu gegründeten evangelischen Kirchengemeinde Friedrichshafen zur Verfügung gestellt. Die ab 1695 erbaute vierflügelige Klosteranlage wurde unter König Wilhelm I. von Württemberg in den Jahren 1823 bis 1830 nach den Plänen des damaligen Hofbaumeisters Giovanni Salucci zur königlichen Sommerresidenz umgebaut. Dem monotonen Südflügel der Klosteranlage verlieh eine in der Mitte eingebaute zweigeschossige Loggia mit aufgesetztem Halbgeschoss ein schlossähnliches Aussehen. Im westlichen Flügel befanden sich die königlichen Privaträume, während im östlichen Flügel die Gesellschaftsräume und die Gästezimmer eingerichtet waren. Ab dem Sommer 1824 wurde die Klosteranlage zur Sommerresidenz für die Könige von Württemberg umgebaut. Seither wird das Kloster Hofen als „Schloss Friedrichshafen“, die Kirche als „Schlosskirche“ bezeichnet.
Bei Luftangriffen wurde das Schloss 1944 durch Brandbomben schwer beschädigt. Während die Nebengebäude fast völlig in Schutt und Asche gelegt wurden, brannten die drei Flügel des Schlosses bis auf die Gewölbe des Erdgeschosses und die steinernen Außenmauern nieder. Die Errichtung eines Notdachs im Winter 1948/49 bewahrte die Ruine vor dem weiteren Zerfall. In den Jahren 1951 bis 1965 erfolgte ein denkmalgerechter Wiederaufbau des Schlosses. Vom Wirtschaftsteil wurde nur der Südflügel wiederhergestellt, die drei anderen Flügel wurden 1958 abgetragen.
Bis heute wird das Schloss durch das Haus Württemberg als Privatbesitz verwaltet. So bewohnt die herzogliche Familie den West- und Südflügel der ehemaligen Residenz; im Ostflügel ist die herzogliche Verwaltung, die Hofkammer, untergebracht.
Historische Ereignisse
- 1089 Erstmalige Erwähnung des Kloster Hofen (Schloss Friedrichshafen) als eine Stiftung der Gräfin Bertha von Buchhorn, der Gemahlin des Grafen Otto I. von Buchhorn. Das Benediktinerinnen-Kloster Hofen war ein Benediktinerinnenkloster. Es befand sich im Areal des Buchhorner Grafensitzes, an der Stelle des heutigen Schlosses. Nach dem Tod des Grafen Otto II. 1089 fielen die Hausgüter und mit ihnen das Kloster Hofen an Herzog Welf IV.
- Im Lauf des Dreißigjährigen Krieges wurden die Klostergebäude im Jahr 1634 von den Schweden niedergebrannt und zerstört.
- 1654-1661 entstand an der Stelle dieser zerstörten Propstei unter Leitung von Michael Beer ein "Neuer Bau" für die Verwaltung der Klostergüter.
- 1695-1701 wurde unter Leitung von Christian Thumb ein stattlicher Konventbau und eine prächtige Kirche errichtet und mit Stuckarbeiten von Vater und Sohn Schmuzer ausgestattet. So gab es eine wesentlich größere Klosteranlage samt Kirche.
- 1702 Einweihung von einem Männerkonvent als Priorat Hofen
- 1802 fiel das Priorat mit Weingarten an den Fürsten von Oranien-Nassau, der es sogleich aufheben ließ.
- 1803 wurde das Reichskloster Weingarten säkularisiert, gemeinsam mit Kloster und Dorf Hofen.
- 1804 wurde das Kloster durch Österreich eingezogen.
- 1806 wird Hofen im Pressburger Frieden durch Napoleon an Württemberg überschrieben.
- 1811 wird das Dorf Hofen mit der Stadt Buchhorn zur Stadt Friedrichshafen vereinigt.
- 1811 wird die Klosteranlage der württembergischen Hofdomänenkammer zugeteilt, die Kirche der neu gegründeten evangelischen Kirchengemeinde Friedrichshafen zur Verfügung gestellt.
- Die Klosteranlage wurde ab 1824 zur Sommerresidenz für die Könige von Württemberg umgebaut.
- Aus der barocken Klosteranlage wurde das Schloss Friedrichshafen des Hauses Württemberg.
- Seither wird das Kloster Hofen als Schloss Friedrichshafen, die Kirche als Schlosskirche bezeichnet.
- Bis heute wird es durch das Haus Württemberg als Privatbesitz verwaltet.
Filme
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Quelle: YouTube/SteinDrSolido | Quelle: YouTube/SteinDrSolido |
Literatur
- Stadt Friedrichshafen (Hrsg.): Geschichtspfad Friedrichshafen - Ein historischer Führer, Friedrichshafen 2001, ISBN 3895493015.
Quellen und Verweise
- Eintrag zum Geschichtspfad im Stadtportal Friedrichshafen.de
- Eintrag zum Schloss Friedrichshafen in der deutschsprachigen Wikipedia
- Eintrag zum Geschichtspfad Friedrichshafen in der deutschsprachigen Wikipedia
- Eintrag zur Stadt Friedrichshafen in der deutschsprachigen Wikipedia
- Stationen des Geschichtspfads, des Zeppelin-Pfads und des Maybach-Wegs auf Google Maps