Tettnang

Aus Buergerwiki Bodensee
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Tettnang ist mit rund 18.100 Einwohnern (Dezember 2011) die drittgrößte Stadt des Bodenseekreises in Baden-Württemberg, etwa neun Kilometer nordöstlich von Friedrichshafen und 13 Kilometer südlich von Ravensburg.

Geographie

Geographische Lage

Die Stadt liegt im Hinterland des Bodensees, etwa 70 Höhenmeter über dem See. Von so manchem Standort aus bietet sich daher ein weiter Panoramablick auf das „Schwäbische Meer“ und die Alpenkette, vor allem auf ihre Berge in Österreich und der Schweiz. Nur wenig östlich von Tettnang beginnt bereits das Allgäu mit seinen ersten Ausläufern.

Stadtgliederung

Zum Stadtbezirk gehören der Stadtteil Bechlingen, die Siedlung Bürgermoos, die Weiler Baumgarten, Bernau, Blumenrain, Brünnensweiler, Büchel, Feurenmoos, Fünfehrlen, Gemertsweiler, Hagenbuchen, Höll, Missenhardt, Moos, Neuhäusle, Neuhalden, Reutenen, Ried, Wagnerberg und Zimmerberg, die Höfe Argenhardt, Oberhof, Schäferhof, Schöneck und Waldhub sowie die Häuser Frohe Aussicht, Irrmannsberg, Kaltenberg und Venushalde.
Daneben gibt es noch drei Ortschaften:

  • Kau mit den Wohnplätzen Pfingstweid, Walchesreute und Motzenhaus
  • Langnau mit den Dörfern Hiltensweiler, Laimnau und Oberlangnau, den Weilern Apflau, Badhütten, Bleichnau, Busenhaus, Degersee, Dentenweiler, Echetweiler, Gitzensteig, Götzenweiler, Heggelbach, Muttelsee, Oberwolfertsweiler, Rappertsweiler, Rattenweiler, Reichen, Rudenweiler, Saßenweiler, Steinenbach, Unterlangnau, Unterwolfertsweiler, Wellmutsweiler, Wettis, Wielandsweiler, Wiesach und Wolfratz sowie dem Gehöft Hinterberg
  • Tannau mit den Weilern Albertsweiler, Bachmaier, Baldensweiler, Biggenmoos, Dietmannsweiler, Enzisweiler, Flockenbach, Gebhardsweiler, Herishäusern, Herrgottsweiler, Holzhäusern, Iglerberg, Krumbach, Matzenhaus, Mehrenberg, Notzenhaus, Obereisenbach, Prestenberg, Schierlingen, Schübel, Schwanden, Siggenweiler, Straß, Untereisenbach, Vorderreute, Wiedenbach und Wiesertsweiler sowie den Höfen Burnau, Gesnauwiesen, Hübschenberg, Loderhof, Scheiben, Schletterholz, Stiefel und Ucht.

Geschichte

Tettnang wurde unter dem Namen Tettinanc im Jahr 882 in einer in Wasserburg ausgestellten Urkunde des Großbauern Cunzo und des Klosters St. Gallen zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Diese bestätigte die Übergabe von Land in Cunzos Besitz an das Kloster, um es unter dessen Schutz zu stellen. Der Großbauer durfte das Land bei Zahlung von Zinsen allerdings weiter nutzen, er besaß darauf auch ein Rückkaufsrecht. Des Weiteren ist von einem Besitz von zwei Huben (Hufen) des Stiftes Lindau zu lesen. Zwischen 1112 und 1154 wurde eine Burg in Tettnang gebaut, die das Zentrum einer neuen Grafschaft bildete. Deren Graf Kuno, in zwei Urkunden König Friedrichs I. Barbarossa erwähnt, regte die Ansiedlung der ersten Ministerialen an. Über die Grafschaft Bregenz kam Tettnang an Hugo I., den ersten Grafen von Montfort. Dessen Enkel Hugo III. von Montfort erhielt bei der Teilung der Grafschaft die Gebiete um Tettnang, war also Begründer der so genannten „Tettnanger Linie“. Er initiierte Ende des 12. Jahrhunderts die Anlegung eines Marktes in Tettnang, da die Lage an der Fernstraße Ulm-Ravensburg-Lindau günstig erschien. Mit der Verleihung des Marktrechts wurde auch ein Gericht notwendig, das in entsprechenden Streitfällen Recht sprechen konnte.

Der Markt war die Grundlage zur Verleihung des Stadtrechts, die in einer am 1. Dezember 1297 durch König Adolf von Nassau ausgestellten Urkunde ihren formalen Abschluss fand. Einen wichtigen Beitrag dazu leistete Hugo VI., der während seines Studiums in Bologna das italienische Stadtrecht studierte, das zu jener Zeit dort weiter entwickelt war. Das Original der Urkunde ist nicht erhalten, lediglich einige Kopien aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Nachdem die Habsburger Adolf von Nassau in der Schlacht bei Göllheim 1298 besiegt und den Konigsthron in Besitz genommen hatten, bestätigte König Albrecht I. das Stadtprivileg Tettnangs. Außerdem ordnete er einen Wochenmarkt an. 1309 starb Hugo III.; sein Sohn Wilhelm II. erbte dessen Herrschaftsgebiet und damit auch Tettnang. In dem Thronstreit zwischen Friedrich dem Schönen und Ludwig dem Bayern stellte er sich zunächst auf die Seite der Habsburger, lief 1319 jedoch zu Ludwig über. Daher wurde die Stadt 1322 von dem Habsburger Herzog Leopold belagert und völlig zerstört. Nach dem Wiederaufbau sah die Stadt Tettnang einem weiteren Problem entgegen, da viele Tettnanger Bürger in die benachbarten Reichsstädte Lindau, Ravensburg, Buchhorn und Wangen flohen, um sich mehr Rechte und Privilegien zu sichern.

Um dieser Problematik entgegenzuwirken, setzte Heinrich IV. von Montfort 1379 eine städtische Verfassung fest, die mehr Privilegien für die Bürger gewährte. Im Wesentlichen entsprach sie dem Freiheitsbrief der Feldkircher Linie des Hauses Montfort. Sie enthielt die Festsetzung der Steuern, ein neues Erbrecht sowie die Befreiung von fremden Gerichten. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts entstanden verschiedene zeitlich befristete Städtebunde, die den Landfrieden sichern sollten. So gehörte Tettnang unter anderem zum Schwäbischen Städtebund und zum Bund der Bodenseestädte. Das Stadtrecht wurde unter Wilhelm V. zu einem undatierten Zeitpunkt erweitert, um die Ruhe und Ordnung des Marktes aufrechtzuerhalten. Aus diesen Entwicklungen sowie der Schaffung von Jahrmärkten resultierte ein wirtschaftlicher Aufschwung, der mit der Belebung des Handels einherging. Nach vielen Streitigkeiten um Grenzen und Rechtsverteilungen mit der Stadt Lindau kam es 1429 zu einem großen Konflikt der beiden Städte, der in einer Belagerung Tettnangs und dem Mord an Wilhelms unehelichem Sohn seinen Höhepunkt fand.

Nach dem Tod Wilhelms V. teilten seine Söhne Montfort in drei Komplexe: Tettnang, Rothenfels mit Wasserburg und Langenargen sowie Werdenberg mit den rätischen Besitzungen. Ulrich V. (1440–1495) und dessen Sohn Ulrich VII. (1495–1520) widmeten sich daher Tettnang, das Hauptstadt der Grafschaft geworden war. Mit der Festigung der Rolle eines Bürgerrates, des Bürgermeisters und des Ammanns stabilisierten sie so die städtische Selbstverwaltung. An Kunst interessiert und daher beim Adel hoch geachtet, schufen die beiden das Torschloss und die Pfarrkirche St. Gallus und traten als Auftraggeber des Malers Bernhard Strigel hervor. Auch Kaiser Maximilian I. würdigte den kulturellen Aufschwung durch Besuche 1499 und 1516. Nach dem Tod Ulrichs VII. trat eine Besonderheit ein. Für sechs Jahre hatte dessen Frau Magdalena von Öttingen, die als emanzipiert beschrieben wird,<ref name="Magdalena von Öttingen">Eine Legende besagt, dass sie ihren Ehemann heftig beschimpfte, als er ihre gemeinsame Tochter zwangsverheiraten wollte.</ref> die Position der Stadtregentin inne. Nach ihrem Tod belehnte Kaiser Karl V. ihren Neffen Hugo XVI. mit Tettnang. In der Reformation war der Langenargener Urbanus Rhegius besonders in Tettnang tätig und versuchte, dort seine Schriften zu publizieren.<ref name="Urbanus Rhegius">Schieß: Briefwechsel. Band 1, S. 92–94</ref>

1633 lagerten im 30jährigen Krieg drei starke schwedische Regimenter für 33 Wochen in Tettnang. Sie brannten das Schloß Tettnang nieder, plünderten und verheerten die Stadt, so, daß im Jahr 1636 „Niemand mehr allda wohnen können, und der damalige Pfarrer Urban Lidel alle seine Pfarrkinder (deren er noch im Jahr 1633 über dritthalbtausend hatte) bis an 150 verloren, so theils Hunger, theils durch den Feind, und theils an der Pest gestorben, was noch vorhanden, das lebt ganz elendiglich, der dritt- oder vierttheil der Menschen ohne einiges Brod, ohne menschliche Speiß etc., ist ein solches Elend, miseria miseriarum, daß kein Mensch sagen kann.“ Weitere Plünderungen fanden 1645, 1647 und 1648 statt.

1783 traten die verschuldeten Grafen v. Montfort ihre Besitztümer an Österreich ab. Österreich gliederte die Stadt Vorderösterreich an und begründete das Oberamt Tettnang (auch Reichsgrafschaft Tettnang), das ein geschlossenes Gebiet am mittleren Nordufer des Bodensees bis nach Wasserburg umfasste.

Am 24. Oktober 1800 brannten 19 Häuser und 1 Scheune, vom Stadtthor gegen die Tobelhalde, ab. Das Feuer entstand durch Entzündung von Flachs durch Schuld eines Kindes, und es kam dabei ein Weib ums Leben.

1805 fiel Tettnang dann mit dem Pressburger Frieden Bayern zu, das es fünf Jahre später an Württemberg weitergab.

1838: Johann Daniel Georg von Memminger: Beschreibung und Darstellung der Gemeinde Tettnang

  • Gemeinde Tettnang, bestehend aus 7 Parzellen mit 1361 Einwohnern.
    • 1) Tettnang, eine katholische Oberamtsstadt mit 1361 Einwohnern (einschließlich der Parcellen), unter 27° 15′ 40″ der Länge und 47° 40′ 25″ der Breite, 1478 P. F. über der Meeresfläche und 223′ über dem Bodensee, 43 1/2 Stunden von Stuttgart, 3 1/2 von Ravensburg und 2 vom Bodensee.
    • Die Stadt ist Sitz eines Oberamts und Oberamts-Arztes, eines Oberamtsgerichts und Gerichts-Notars, eines katholischen Dekanats, eines Cameral-Amts, eines Revierförsters und eines Postamts, bis 1828 war sie auch Sitz eines Forstamts, seit dieser Zeit ist sie mit dem ganzen Oberamtsbezirk zu dem Forstamt Altdorf getheilt. Die Zehnten und zwar den großen hat die Königl. Finanzkammer zu beziehen: Für den kleinen erhält die Pfarrstelle kraft Vertrags von 1545 aus der Stadtkasse jährlich 4 fl. 38 kr. Den Heuzehnten hat wieder die Finanzkammer; 1/3 der Wiesen ist zehntfrei, den Weinzehnten haben der Staat und die Spitäler Lindau und Ravensburg, 173/8 Jauchert sind zehntfrei. Die Grundlasten betragen nach dem Grundsteuer-Atlas an Geld und zu Geld gerechneten Naturalgefällen 551 fl. 22 kr., welche der Staat bezieht.
    • Tettnang, von dem Volke gemeiniglich Tettlang gesprochen, liegt auf dem Rande einer in das Schussenthal abfallenden Fläche und am Hange eines in diese einschneidenden kleinen Tobels. Es war ehemals der Hauptort der Montfortischen Herrschaft Tettnang, ist übrigens eines der geringern Städtchen in Oberschwaben und ganz offen; doch sind noch Reste von Graben, Mauern und Thoren vorhanden, welche das ursprüngliche Städtchen eingeschlossen haben. Durch das Städtchen fließt der Mühlbach oder Tobelbach. Bei der Post treffen die 4 Hauptstraßen von Ravensburg, Wangen, Lindau und Friedrichshafen zusammen. Die vorzüglichsten Gebäude sind: das neue Schloß, ein sehr ansehnliches Gebäude, das auf dem Vorsprunge der oben bemerkten Anhöhe liegt. Das Schloß wurde 1708 bis 1720 von dem Grafen Anton von Montfort erbaut; es brannte aber 1753 im Innern großen Theils ab und mußte neu hergestellt werden, was von dem Grafen Ernst und nach seinem 1758 erfolgten Tode von seinem Sohn und Nachfolger, Franz Xaver, geschehen ist. Das Schloß war ehemals die Residenz der Grafen von Montfort, später, unter östreichischer Regierung, der Sitz des Kais. Oberamts, und nachher eines Königl. Bayerischen Landgerichts; nunmehr ist es der Sitz des Königl. Oberamtsgerichts, des Oberamts und des Cameralamts. Das Schloß ist in einem großartigen Style gebaut und eines der schönsten Schlösser in Oberschwaben, obgleich es von seiner alten Herrlichkeit jetzt viel verloren hat. Sein Grundriß ist aus dem Stadtplan auf unserer Karte ersichtlich. In dem Schlosse befindet sich eine sehr schöne Kapelle, die aber jetzt halb zerstört und zu ökonomischen Zwecken benützt ist. Vor dem Schlosse liegen schöne große Gärten, in denen man noch die Spuren der ehemaligen Anlagen erblickt. Von den Fenstern des Schlosses aus hat man die herrlichste Aussicht auf den Bodensee und die Tyroler- und Schweizeralpen. Das Schloß steht, wie die noch vorhandenen Überreste zeigen, auf dem Grunde sehr alter Mauerwerke, und es ist wahrscheinlich, daß auf seiner Stelle ehemals ein römisches Castell gestanden hatte, s. S. 108.
    • Das alte Schloß, nicht weit von dem neuen Schlosse, dermalen die Wohnung des Königl. Revierförsters und Fruchtkasten. Nach einer über dem Haupteingang stehenden Inschrift wurde es 1667 von dem Grafen Johann erbaut. Es ist ein großes steinernes, übrigens ganz gewöhnliches Gebäude, und steht ebenfalls auf der Stelle eines ältern Schlosses, das 1633 von den Schweden verbrannt worden seyn soll.
    • Das Schloß in der Stadt, an dem Thore, das dermalen für die Schulen benutzt wird. Es wird für das älteste unter den drei Schlössern ausgegeben. Nach der Lage und den oben berührten Merkmalen zu schließen, möchte übrigens das allerälteste auf der Stelle des jetzigen neuen Schlosses gestanden haben und dieses auch die Veste zu Tettnang gewesen seyn, welche Herzog Leopold von Östreich in dem Kampfe seines Bruders Friedrich gegen Ludwig den Bayer 1322 belagerte, und die im Jahr 1491 abbrannte.[1]
    • Die Pfarrkirche zum heil. Gall. Sie steht mit dem Pfarr- und Meßnerhause auf einer Anhöhe außerhalb der Stadt, jenseits des Tobels und ist von dem Gottesacker umgeben. Den Grundstein zu dieser Kirche legte Graf Ulrich v. Montfort der ältere im Jahr 1467. Im Jahr 1702 schlug der Blitz in die Kirche und der Kirchthurm brannte ab. In der Kirche befindet sich ein marmornes Monument des Grafen Anton von Montfort, der in einem von ihm erbauten Hause, dem jetzigen Wirthshaus zur Krone, 1787 als der Letzte seines Stammes zu Tettnang gestorben ist, s. S. 100. Außer der Pfarrkirche und außer der Schloßkapelle befinden sich zu Tettnang noch: die Sanct Georgs-Kapelle, ehemals Hofkapelle, eine gut erhaltene Kapelle, die vor dem Schloßhof steht, und mit einem sehr schönen, aus der neuen Schloßkapelle dahin versetzten Altar versehen ist; ferner die Sct. Michaels-Kapelle, eine alte Kapelle bei dem Schloß am Thore, die nun als Gefängniß dient, und ungefähr 200 Schritt von der Stadt die Sct. Loretto-Kapelle, sodann etwas entfernter die St. Johann- und die St. Anna-Kapelle, s. u. In ältern Schriften ist auch von einer Heiligenkreuz-Kapelle am obern Thor die Rede, die von dem Landschreiber Leuther 1579 mit einer wöchentlichen Messe gestiftet worden. Jetzt weiß man nichts mehr davon, dagegen hieß die oben erwähnte Schloßkapelle auch Heiligenkreuz-Kapelle. An der Stelle der St. Georgs-Kapelle soll nach der Sage ehemals die Pfarrkirche gestanden haben. Die Einwohnerzahl beträgt, einschließlich der Parzellen, nur 1361 und zwar 650 männliche, 711 weibliche. Die Einwohner sind katholischer Religion, nur 27 sind evangelisch, die nach Friedrichshafen eingepfarrt sind. Der natürliche Abgang und Zuwachs ist sich in den letzten 10 Jahren fast gleich geblieben, es wurden in diesem Zeitraume geboren 435 und sind gestorben 424. Unter den Geborenen verhielten sich die unehelichen zu den ehelichen wie 1:33/10. Die Einwohner nähren sich theils von der Landwirthschaft, theils auch von Gewerben und Handel. Die Stadtmarkung ist zwar nicht besonders groß, aber gut angebaut. Sie enthält auch Weinberge, hauptsächlich aber viele Wiesen, die jedoch großentheils sumpfig sind. Unter den Gewerbtreibenden befinden sich 2 Theerschweler und ein Wachszieher. Außerdem hat die Stadt 1 Apotheke, 7 Schildwirthschaften und 3 Bierbrauereien, 3 Mahlmühlen, 2 Gerstenrändelmühlen, 2 Loh-, 1 Säge- und 1 Ölmühle, 3 Hanfreiben und 6 Keltern. Die obigen Werke liegen fast alle außerhalb der Stadt und in dem Tobel und werden von dem Tobelbache getrieben. Unter den Mahlmühlen befindet sich eine nach neuern Grundsätzen verbesserte. Die Stadt hat auch 3 Jahrmärkte und einen Wochenmarkt, der auch Schnellermarkt ist, und früher auch Fruchtwochenmarkt war. Im Übrigen ist der Verkehr nicht bedeutend, die Nachbarschaft wendete sich mit ihren Bedürfnissen immer lieber nach Ravensburg. Durch die Ravensburger Fruchtschranne ist auch der Fruchtmarkt allmählig unterdrückt worden.
    • Der Gemeindezustand ist zwar, wie aus der Tabelle IV. zu ersehen ist, minder gut, als der mancher andern Gemeinden des Oberamts, doch aber nicht schlecht. Die Stadt hat noch 6606 fl. verzinsliche Schulden. Die in der Tabelle IV. aufgeführten Einkünfte bestehen größtentheils nur in den Steuern und Umlagen; die eigentlichen Einkünfte bestehen hauptsächlich in Pflastergeld und Marktgefällen; Grundeigenthum besitzt sie nicht.
    • Das Wappen der Stadt enthält einen im Laufe begriffenen Hund, vielleicht eine Anspielung auf „Tette“, was noch in manchen Gegenden Hund bedeutet. Zu der Stadtgemeinde gehören die unten aufgeführten Parzellen.
    • In die Pfarrei gehören außer dem Stadtbezirk noch 33 Parzellen von den Gemeinden Kaltenberg, Tannau und Unter-Meckenbeuern. Die Geistlichkeit besteht in einem Pfarrer, einem beständigen Vikar und 2 Kaplanen zu St. Johann und St. Anna. Mit der letztern Kaplanei ist seit 1816 ein Präzeptorat verbunden. In vorigen Zeiten hatten auch die Kapellen St. Georg und St. Loretto ihre eigenen Kaplane. In beiden Kapellen sowie in der Kapelle zu St. Johann wird auch jetzt noch Gottesdienst gehalten. Die letztere Kapelle ist zugleich die Spitalkirche, s. unten.
    • Die St. Anna-Pfründe wurde 1511 von dem Pfarrer Geßler zu Eglofs in der Stadtpfarrkirche gestiftet und später mit der unten vorkommenden St. Anna-Kaplanei verbunden.
    • Die St. Georgs-Kaplanei wurde 1483 von Joh. Sattler, Kirchherrn zu Meglofs (Eglofs) gestiftet, nachdem schon 1436 der Bürger Albrecht zu Nürnberg, ein geborener Tettnanger, eine ewige Frühmesse in die Kapelle gestiftet hatte. Sattler schenkte der Kapelle auch 2 Höfe zu Baumgarten. 1503 stiftete der Pfarrherr Peter Geßler zu Eglofs den großen und kleinen Zehnten vom Schindelhof zur Kaplanei. Die Kaplanei St. Loretto wurde 1738 von dem Grafen Ernst von Montfort gestiftet, die Kapelle selbst aber schon 1624 von der Gräfin Joh. Euphrosine erbaut. Im Jahr 1824 wurde die Kaplanei in ein beständiges Vikariat verwandelt. Über die St. Joh. und St. Anna Kaplaneien s. u. Das Patronat der Pfarrei und der Kaplaneien ist von alten Zeiten her landesfürstlich. Die Baulast der Pfarrkirche liegt auf der Kirchenpflege und aushülflich auf den Zehntherren, die der Kapellen auf ihren eigenen Fonds, das Pfarrhaus hat der Staat, die Kaplaneihäuser theils dieser, theils die Stiftungspflege zu bauen. Das Stiftungsvermögen für Kirchen und Kapellen beträgt 56.810 fl.
    • Die Stadt hat eine lateinische Schule mit einem Lehrer, s. oben, eine deutsche Schule mit 2 Lehrern und eine Industrie- und Kleinkinderschule.
    • Ein Spital befindet sich außerhalb der Stadt zu St. Johann. Er hat ein Vermögen von 28.000 fl. 10 bis 12 Arme genießen darin freie Wohnung und theilweise Geldunterstützung. Mit dem Spital ist eine Kapelle zu St. Johann, die Spitalkirche genannt, mit einem eigenen Gottesacker verbunden, s. o. Der Spital war ursprünglich ein Leprosenhaus. Die zur Kapelle gestiftete Kaplanei-Pfründe erhielt schon 1304 die bischöfliche Bestätigung. Die Stiftung muß übrigens in späterer Zeit mehrmals erneuert worden seyn; denn am 11. Novbr. 1436 stiftete Joh. Albrecht, Bürger in Nürnberg, ein geb. Tettnanger, „die Kaplanei zu St. Johann,“ 1659 weihte der Bischof von Constanz die Kapelle oder Kirche zu Ehren des heiligen Johannes des Täufers und des Evangelisten ein; 1664 stiftete Graf Heinrich von Montfort Zinse und Zehnten zu Oberdorf, Haslach etc. zu der Kapelle.
    • Außer der Spitalstiftung hat Tettnang noch folgende Armenstiftungen:
    • Die gräflich Montfortische Armenstiftung.
      • Graf Anton, der letzte Montfort, vermachte sein ganzes hinterlassenes Vermögen, bestehend in 13.999 fl., durch Testament vom 24. Novbr. 1787 den Armen der Herrschaft Tettnang, der Fond beträgt jetzt 14.674 fl.
      • Das Haubendoblerische Stipendium, gestiftet 1. Decbr. 1684 von dem Pfarrer Haubendobler zu Tettnang für Studirende der Theologie von Tettnang und Constanz mit 1600 fl.; sie beträgt jetzt 5.365 fl.
      • Die Baumgartnerische Stiftung, gestiftet 1597 von dem Vikar Joh. Baumgartner zu Wasserburg, einem geb. Tettnanger, für Knaben aus seiner Verwandtschaft, dann aus den Montfortischen Herrschaften überhaupt zu Erlernung eines Handwerks etc. Der diesseitige Antheil beträgt dermalen 2.378 fl.
      • Die Lehlesche Stiftung, gestiftet 19. Septbr. 1586 von dem Pfarrer Lehle zu Tettnang für Jahrstage, Almosen etc. mit 522 fl.; sie beträgt jetzt 604 fl.
      • Die Muttelseeische Stiftung, gestiftet 26. Juli 1781, von Magd. Huster, geb. Muttelsee, zu Jahrestagen, Schulprämien, Almosen, mit 750 fl.; jetzt 930 fl.
  • Zur Stadtgemeinde gehören:
    • 2) Ernstruhe, auch der Schäferhof genannt, 1/4 Stunde südlich von Tettnang, ein sehr schöner Hof mit einer Käserei, Brauerei und besuchten Schenkwirthschaft. Man findet hier einen vorzüglichen Viehstand von dem sogenannten Wälder-Schlag. Der Hof ist Eigenthum des Herrn v. Pfister in Lindau, neuerlich aber verpachtet. Den Namen Ernstruhe hat der Hof von dem Grafen Ernst v. Montfort, der ihn im vorigen Jahrhundert angelegt hat. Schäferhof wird er von seiner ersten Bestimmung noch genannt. Zu dem Hof gehört auch eine bei demselben gelegene Ölmühle.
    • 3) Holzhalden, Hof, 3/8 Stunde südöstlich von Tettnang, mit gutem Weinbau.
    • 4) Neuhalden, Hof, an einer schönen Weinberghalde, auf der man eine der schönsten Aussichten über den See und auf die Alpen hat.
    • 5) St. Anna, ein Haus, das ehemalige Meßnerhaus, mit einer Kapelle. Die Kapelle dient jetzt zu einem Magazin. Es war damit eine besondere Kaplanei verbunden, die Hofkaplanei genannt. Die Kapelle wurde von Graf Ulrich v. Montfort und seiner Gemahlin Magdalena, geb. v. Öttingen, 1517 wieder erneuert, von dem Cardinal Matthäus war sie 1516 mit Ablaß versehen worden, 1525 vermachte die Gräfin Magdalena der Kapelle ihre Morgengabe von 1000 fl. zu wöchentlichen 5 Messen und einem Requiem. Im Jahr 1817 wurde die Kapelle aufgehoben und nachher verkauft.
    • 6) St. Johann, das Spital der Stadt, mit drei Privathäusern und einer schönen Kapelle, der eigentlich der Name zukommt. Das jetzige Spitalgebäude wurde vor wenigen Jahren neu aufgeführt.
    • 7) Venushalden, Haus, nicht weit von Neuhalden.
  • Betreffend die Geschichte der Stadt Tettnang bemerken wir Folgendes: Abgesehen davon, daß wahrscheinlich schon die Römer auf der Stelle des Schlosses ein Castell gehabt haben, und daß man auch sonst Spuren von römischem Bauwesen fand (s. S. 108), ist Tettnang jedenfalls ein sehr alter Ort. Es kommt als im Argengau gelegen schon in einer Urkunde vom Jahr 882 vor, wonach ein gewisser Cunzo den Ort „Tetinanc“ an das Kloster Sct. Gallen schenkte, mit Ausnahme von 2 Huben, die er dem Kloster Lindau geschenkt hatte, Neugart Nr. 532. In späterer Zeit war es der Hauptort der Herrschaft Tettnang, die, soweit die Nachrichten gehen, im Besitze der Grafen v. Montfort war. S. I. Abthlg.
  • Im Jahr 1297 Cal. Dec. Dat. Frankenford ertheilt König Adolph dem Grafen Hugo v. Montfort auf sein Bitten die Befugniß, daß das Oppidum Tettnang, das bisher noch keine feste Gesetze und Ordnungen hatte, nach den Gesetzen des Oppidum Lindau regiert werde. Dasselbe Recht ertheilt König Albert mit denselben Worten durch Urkunde d. d. Überlingen 14 Cal. Juni 1304 und fügt noch das Recht, einen Wochenmarkt zu halten, bei. König Sigmund verleiht durch Urkunde d. d. Preßburg 1429 Mittwoch nach Maria Himmelfahrt, dem Grafen Wilhelm von Montfort das Recht, in seiner Stadt Tettnang alle Jahr an St. Othmars-Tag einen Jahrmarkt zu halten und bestätigt den Wochenmarkt. Im Jahr 1330 erlaubt König Friedrich dem Grafen Wilhelm v. Montfort, daß er seinen Flecken Tettnang mit Mauern und Graben umgebe, als eine Stadt. Wenn daher Tettnang schon in den obigen Urkunden von 1297 und 1304 Oppidum genannt wird, was gewöhnlich einen ummauerten Ort bedeutet, so scheint sowohl diese Benennung als auch selbst die in zwei Urkunden von 1309 vorkommende Benennung „Stadt“[2] bloß auf die alte Burg Tettnang und die in deren Befestigungen eingeschlossenen Häuser zu beziehen zu seyn. Der Lindauer Stadtrechte ungeachtet blieb Tettnang doch eine den Grafen unterworfene Landstadt, während Buchhorn unter Hohenstaufischer Herrschaft den Weg zur freien Reichsstadt gefunden hatte. Aber auch die Grafen von Montfort ließen es nicht an Ertheilung von Rechten und Freiheiten fehlen: 1379 verlieh Graf Heinrich v. Montfort mit seinen Söhnen Heinrich und Rudolph der Stadt das Recht, 40 Jahre lang nicht mehr als 40 Pfd. Pfenning Steuer zu bezahlen, das Recht der Bürgerannahme, der Beerbung der nächsten Blutsfreunde, des Wegzugs, des unbeschränkten Verkaufs liegender und fahrender Güter etc. Graf Ulrich d. ä. ertheilte ihr unterm 29. Novbr. 1462 mit Zustimmung seines Bruders Heinrich einen Freibrief, nach welchem sie nicht höher als mit 1 Pfenning von 1 Pfund Hauptgut nach eigener Fassion besteuert werden, alles Fall- und Hauptrecht, Faßnacht-, Hühner- , auch Käsegeld (von Tragschweinen) aufgehoben seyn sollten, kein Bürger, der „Tröstung zum Recht“ (Bürgschaft) leistet, Criminalfälle ausgenommen, in das Gefängniß gelegt werde, daß sie bei ihren Gerichten, Freveln und Zöllen bleiben, jedoch daß der Gräfliche Ammann 1/3 von Freveln unter 10 Pfd. erhalten, größere Frevel aber und die hohe Gerichtsbarkeit den Grafen gehören soll, daß endlich Bürgermeister und Rath mit Wissen und Willen des Grafen gesetzt werden, und jeder neue Herr bei der Huldigung die Freiheiten bestätigen solle. Derselbe Graf Ulrich stellte der Stadt, Montags vor St. Nikolaus 1476 einen Brief darüber aus, daß er ihr gestattet habe, „eine Metzig, ein Kornhauß, ein Waghauß, eine Leinwat-Meß und Schau zu errichten,“ von welchen der Zollertrag der Stadt, das Schau-, Stand-, Meßgeld, Zins zu 2/3 gleichfalls der Stadt, zu 1/3 aber dem Grafen gehören sollten. Im Jahr 1578 befreien die Brüder Georg und Hans v. Montfort die Bürger von Tettnang, obwohl sie von undenklichen Zeiten her des uralten Stammes der Grafen v. Montfort leibeigene Leut gewesen, auf ihr Bitten und weil nach aller Erfahrung die mit Leibeigenschaft behafteten Communitäten schwerlich zu ansehnlichen Handthierungen und Gewerben kommen mögen, gegen eine bestimmte Abfindungssumme von der Leibeigenschaft, mit Ausnahme einiger Wenigen, welche lieber im alten Stande der Leibeigenschaft bleiben wollten. Zugleich wurde der bisherige Abzug, welcher im 1/3 des Vermögens der Wegziehenden bestand, bedeutend vermindert.
  • Die Stadt hatte in frühern Zeiten einen glücklichen Wohlstand erreicht, durch den 30jährigen Krieg wurde derselbe aber tief erschüttert. Im Jahr 1633 lagerten sich drei starke schwedische Regimenter durch 33 Wochen in Tettnang, brannten das Schloß nieder, plünderten und verheerten die Stadt, so, daß im Jahr 1636 „Niemand mehr allda wohnen können, und der damalige Pfarrer Urban Lidel alle seine Pfarrkinder (deren er noch im Jahr 1633 über dritthalbtausend hatte) bis an 150 verloren, so theils Hunger, theils durch den Feind, und theils an der Pest gestorben, was noch vorhanden, das lebt ganz elendiglich, der dritt- oder vierttheil der Menschen ohne einiges Brod, ohne menschliche Speiß etc., ist ein solches Elend, miseria miseriarum, daß kein Mensch sagen kann.“ Auch in den Jahren 1645, 1647 und 1648 wurde Tettnang wieder hart mitgenommen. Am 24. October 1800 brannten 19 Häuser und 1 Scheune, vom Stadtthor gegen die Tobelhalde, ab. Das Feuer entstand durch Entzündung von Flachs durch Schuld eines Kindes, und es kam dabei ein Weib ums Leben. Wie die Herrschaft und damit auch die Stadt Tettnang von den Grafen v. Montfort im Jahr 1783 an Östreich, von diesem 1805 an Bayern und endlich von Bayern 1810 an Würtemberg gekommen, ist schon vorn S. 102 gezeigt. Dieser Brand wird bestätigt durch einen Lehensbrief Königs Friedrich vom 5. Juli 1492, der dem Grafen Ulrich v. Montfort neu ausgestellt wurde, weil der vorige Brief mit dem Schloß verbrannt. – Die Belagerung im Jahr 1322 wurde auf flehentliches Bitten der Gemahlin des Grafen Wilhelm von Montfort, Ursula, einer Gräfin von Pfirt, aufgehoben. Es ist dieß der Fall in einem Übergabsbrief des Grafen Haug v. Montfort vom Mittwoch in der Pfingstwoche 1309 und in einem Theilbrief des Grafen Wilhelm vom St. Nicolaus Abend 1309. In dem ersten Brief übergibt Graf Haug noch vor seinem Tode an seinen Sohn Wilhelm und seines Bruders Sohn Graf Haug von Bregenz zu gemeinschaftlichem Besitze die Burg zu Tettnang und die Stadt mit Leuth und mit Gut und was dazu gehört, Liebnau die Burg mit Leuth etc. Summerau die Burg mit Leuth etc., Argen das Dorf mit Leuth etc., zu Betznau die Güter etc. In dem zweiten Brief überläßt Graf Wilhelm nach seines Vaters Tod seinem Vetter Haug die ganze Besitzung und darunter wieder Burg und Stadt Tettnang.

Bis zur Kreisreform vom 1. Januar 1973 war Tettnang Kreisstadt des damaligen Landkreises Tettnang, der dann im Bodenseekreis aufging.

Bei Tettnang befinden sich die Reste folgender Burgen: Ruine Altsummerau, Burg Drachenstein und Burgrest Neusummerau.

Religionen

Zur Zeit der Stadterhebung erlebte Tettnang auch einen religiösen Aufschwung. Neben dem Leutpriester Gerboldus, der 1246 das erste Mal erwähnt wird, bestimmte Hugo III. seinen Sohn Hugo IV. für die geistliche Laufbahn. Diesem Beispiel folgten auch einige Ministeralien. Neben der evangelischen und der römisch-katholischen Kirche gibt es in Tettnang auch eine neuapostolische Kirche, Zeugen Jehovas und eine freie Christengemeinde.

Bürgermeister

Das Amt des Bürgermeisters ist 1469 zum ersten Mal erwähnt.<ref name="Amt Bürgermeister">Krebs, Investitur-Protokolle, S. 483.</ref> Der Bürgermeister wurde auf Vorschlag des Ammanns jedes Jahr aufs Neue von den Bürgern gewählt und arbeitete Hand in Hand mit dem Rat, der als Verwaltungs- und Gerichtsorgan diente. Er trat auch als Stellvertreter des Ammanns auf und nahm Aufgaben der Judikative wahr. Der erste namentlich erwähnte Bürgermeister ist erst aus dem Jahre 1537 überliefert – die Vorgänger Hans Gerbers „unterzeichneten“ Urkunden noch mit dem Siegel (so handhabten dies offenbar auch spätere Amtsinhaber, weshalb deren Chronologie Lücken aufweist). Der seit 2007 amtierende Bürgermeister heißt Bruno Walter.

Wappen

Die Herkunft des Wappens der Stadt Tettnang ist nicht eindeutig geklärt. Das Wappentier, ein springender Hund mit Halsband, befand sich auch auf Siegeln der Grafen von Montfort, deren Abdrücke aus dem 15. Jahrhundert erhalten sind. Dieser Bezug sowie die Bedeutung des Wappens sind jedoch umstritten.<ref name="Wappen - bodenseekreis.de">Wappenbeschreibung Tettnangs</ref> Verwunderlich ist vor allem, dass das Wappen der damals bedeutendsten Kommune innerhalb der Grafschaft Montfort nicht deren dreilatzige rote Fahne enthält, wie es zum Beispiel Tettnangs Ortsteile tun.<ref name="Wappen - Leben am See">Gisbert Hoffmann in Bodenseekreis und Stadt Friedrichshafen (Hrsg.): Leben am See. Das Jahrbuch des Bodenseekreises Band 6. Senn, Tettnang 1988, ISBN 3-88812-506-5, S. 285.</ref> Die Blasonierung lautet:

In Silber ein rechtsspringender schwarzer Hund mit roter Zunge, goldenem Halsband und goldenem Ring daran.<ref name="Wappen Bodenseekreis">Gisbert Hoffmann: Wappenbuch Bodenseekreis. Verlag Lorenz Senn, Tettnang 1991, ISBN 3-88812-162-0.</ref>

Verkehr

Tettnang liegt an der Bundesstraße 467 von Ravensburg nach Kressbronn.

Die Stadt ist durch mehrere Buslinien unter anderem mit Friedrichshafen, Meckenbeuren, Ravensburg sowie Wangen im Allgäu verbunden und gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an. Im Bereich der Kernstadt existiert zudem ein Stadtbusnetz, bestehend aus drei Linien, die am Bärenplatz zusammenlaufen und im Halbstundentakt verkehren. Die drei zugehörigen Fahrzeuge sind in der jeweiligen Linienfarbe lackiert und werden am Wochenende für regionale Freizeitfahrten vermietet.

Die Bahnstrecke Meckenbeuren–Tettnang wurde 1995 geschlossen, sie war bei ihrer Eröffnung 1895 die erste elektrisch betriebene normalspurige Nebenbahn Deutschlands.

Bahn- und Fluganbindung stehen in Friedrichshafen und Meckenbeuren zur Verfügung.

Wanderwege

Durch das Stadtgebiet Tettnangs verlaufen die erste und zweite Etappe des Jubiläumswegs Bodenseekreis, ein 111 Kilometer langer Wanderweg, der 1998 zum 25-jährigen Bestehen des Bodenseekreises ausgeschildert wurde. Er führt über sechs Etappen durch das Hinterland des Bodensees von Kressbronn über Neukirch, Meckenbeuren, Markdorf, Heiligenberg und Owingen nach Überlingen.

Neben weiteren regionalen und einigen überregionalen Wanderwegen, unter anderem Main-Donau-Bodensee-Weg (HW 4) und Heuberg-Allgäu-Weg (HW 9), verläuft auch der von Brochenzell herführende, östliche Zweig des Oberschwäbischen Jakobwegs durch Tettnang. Nach Gießenbrücke und Atlashofen führt die Route bis zur St. Jakobus-Kapelle im bayerischen Nonnenhorn.

Literatur

  • Karl Heinz Burmeister: Geschichte der Stadt Tettnang. Universitätsverlag Konstanz, Konstanz 1997, ISBN 3-87940-595-6.
  • Karl Heinz Burmeister, Alois Niederstätter (Hrsg.): Die Grafen von Montfort. Geschichte, Recht, Kultur. Universitätsverlag Konstanz, Konstanz 1996, ISBN 3-87940-560-3.
  • Erika Dillmann (Hrsg.): Tettnang. Ansichten einer Stadt. Senn, Tettnang 1982, ISBN 3-88812-051-9.
  • Peter Heidtmann: Heimat-Zeichen. Förderkreis Heimatkunde Tettnang (Hrsg.), Druck + Verlag Lorenz Senn, Tettnang 1990, ISBN 3-88812-160-4.
  • Peter Heidtmann: Grünes Gold. 150 Jahre Hopfenbau in Tettnang. Förderkreis Heimatkunde Tettnang und Erzeugergemeinschaft Hopfen Baden-Württemberg (Hrsg.), Druck + Verlag Lorenz Senn, Tettnang 1994, ISBN 3-88812-167-1.
  • Peter Heidtmann, Angelika Barth / Karl-Hermann Weidemann: Das Bahnbuch, 100 Jahre Strom und Zugverbindung Tettnang - Meckenbeuren. Förderkreis Heimatkunde Tettnang (Hrsg.) Druck + Verlag Lorenz Senn 1995, Tettnang, Vorlage:Falsche ISBN.
  • Peter Heidtmann: Ernte-Abend, Bäuerinnen erzählen aus ihrem Leben. Förderkreis Heimatkunde Tettnang und Landfrauenverband Tettnang (Hrsg.) Druckhaus Müller, Langenargen 2005, ISBN 3-00-017470-2.
  • Gisbert Hoffmann: Kapellen in Tettnang und Meckenbeuren. Förderkreis Heimatkunde, Tettnang (Hrsg.), Druckhaus Müller, Langenargen 2004, ISBN 3-00-013294-5.
  • Gisbert Hoffmann: Von der Seide zum Sensor, Tettnanger Industrie, Geschichte und Gegenwart. Förderkreis Heimatkunde Tettnang (Hrsg.) Bodensee Medienzentrum, Tettnang 2006, ISBN 3-88812-207-4.
  • Gisbert Hoffmann, Angelika Barth: Historischer Luftbildatlas Tettnang. Förderkreis Heimatkunde Tettnang und Stadtarchiv Tettnang (Hrsg.) Bodensee Medienzentrum, Tettnang 2011, ISBN 978-3-88812-226-2.
  • Johann Daniel Georg von Memminger: Gemeinde Tettnang. In: Beschreibung des Oberamts Tettnang. Cotta, Stuttgart und Tübingen 1838 (Volltext bei Wikisource)
  • Tourist-InfoBüro TIB: Tettnanger Hopfensauparade, Bodensee Medienzentrum GmbH & Co. KG, Tettnang 2007

Quellen

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Aus Wikipedia